Gestaltungsplan „Postareal“ wird von der Gemeindeversammlung angenommen

Seit bald einem Jahrzehnt wird über das Postareal diskutiert. An der Gemeindeversammlung vom 16. September 2020 stimmte eine Zweidrittelmehrheit für den Gestaltungsplan. Die Versammlung dauerte gut über zwei Stunden.

216 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger fanden am Mittwochabend den Weg in die Mehrzweckhalle Zendenfrei. Das erste Thema, die Jahresrechnung 2019, wurde schnell durchgewunken. Das Hauptthema der Versammlung, welche erstmals vom neuen Gemeindepräsidenten Stephan Hinners geleitet wurde, war der Gestaltungsplan zum Postareal.

Diskussionen um Parkplätze

Gemeindepräsident und Bauvorstand Stephan Hinners erklärte zu Beginn nochmals die wichtigsten Punkte des privaten Gestaltungsplans: ein Gestaltungsplan sei kein Bauplan, gebe keine Termine vor und verpflichte auch nicht zum Bau.

Hauptdiskussionspunkt waren die oberirdischen Parkplätze und die Lage der Begegnungszone direkt an der Dorfstrasse. Die Fragen und Anmerkungen wurden von Stephan Hinners, Migros-Vertreter Heinz Fankhauser und Raumplaner Daniel Christoffel geduldig beantwortet. Verfechter Hansjörg Schneebeli trat mehrfach ans Mikrofon und plädierte für einen kompletten Neustart des Projektes: „Was 8 Jahre gekocht werde, ist nicht mehr geniessbar“, führte er aus.

Den negativen Voten wurden wenige positive entgegengesetzt. Grundeigentümer Peter Frick zeigte sich mit viel Herzblut, dass er noch zu Lebzeiten neben dem neuen Ärztehaus etwas realisieren möchte. Hilfreich war die Klärung, wie ein Plan B aussehen würde. Die Migros bekräftigte, dass sie so oder so bauen werde. Da aber die Gestaltungsplanpflicht nicht ohne entsprechender Abstimmung entfalle, wäre das gemäss Stephan Hinners ein Thema für die Juristen. Zudem wurde gesagt, dass ohne Gestaltungsplan jeder Eigentümer für sich bauen kann und damit sogar noch mehr Parkplätze und Zufahren zum Areal entstehen können.

Der Weg ist frei für das Postareal

Soweit dürfte es jetzt aber nicht kommen. Um 21.50 Uhr erfolgte die Abstimmung. Mit 129 Ja-Stimmen zu 61 Nein- Stimmen fiel das Resultat dann eher deutlich aus.

Mit der Annahme des Gestaltungsplanes ist nun der Weg für die Grundeigentümer frei ein Bauprojekt umzusetzen. Allen voran ist das die Migros Zürich, welche seit längerer Zeit anstelle des Restaurant Kreuzstrasse eine Migros VOI-Filiale plant. Gemäss früherer Aussage ist die Realisierung der Bauten im Frühling 2022 geplant. Mit dem Gestaltungsplan ist die Bauherrin nun verpflichtet, auch den Begegnungsplatz gleichzeitig mit der Filiale zu realisieren.

Gemeinde kauft das Landi-Grundstück

Der Landkauf der Gemeinde von der Landi Obfelden wurde danach einstimmig angenommen. Damit bietet sich der Gemeinde Obfelden die Chance ebenfalls eine grössere Fläche zu bebauen. Grösster Wunsch dabei wäre ein Restaurant, dass die Gemeinde aber sicher nicht selbst betreiben wird. Lösungen wie z.B. in Mettmenstetten, wo eine Genossenschaft das Restaurant betreibt, sind denkbar.

Am Ende der Gemeindeversammlung zeigte Stephan Hinners das neue Erscheinungsbild der Gemeinde Obfelden. Zudem wird am Donnerstag, 17. September 2020 die neue Webseite der Gemeinde aufgeschaltet.