Die Überdeckung Bickwil wächst 12.5 Meter pro Woche

Lesezeit: 4 Minuten

In Bickwil entsteht im Moment das Herzstück des Autobahnzubringers. obfelden.info konnte diese Woche zusammen mit weiteren Medienvertretern einen Einblick in das Bauwerk nehmen. Momentan ist gut ein Drittel der Überdeckung erstellt.

Vom neuen Kreisel an der Affolternstrasse in Ottenbach führt der Weg in Zukunft durch die neue Überdeckung zum Autobahnanschluss bei der Kreuzung Hirschen. Die Überdeckung Bickwil wird von den Verantwortlichen immer wieder als das Herzstück der Baustelle bezeichnet. Im April 2021 starteten die Vorarbeiten. Leitungen wurden umgelegt, Bauplätze errichtet und die Passerelle für Fussgänger und Velofahrer errichtet. Diese liegt übrigens genau auf dem oberen Ende der Überdeckung.

Impressionen Baustelle Bickwil

Kein Tunnel, sondern Überdeckung

Chefbauleiter Melven Hürlimann erklärte auf der Baustelle, dass es sich hier eben um eine Überdeckung handelt und nicht einen Tunnel. Für diesen fehlen dem Bauwerk 50 Meter. Erst ab 300 Meter spricht man von einem Tunnel.

Die SUVA stuft den Ort aber als Tunnelbaustelle ein, was starke Sicherheitsvorkehrungen bedeuten und das Ganze nicht einfacher mache. Daher sind auch rundherum Zäune aufgestellt. Dies sei nicht um dem Publikum den Einblick zu verwehren, sondern um die Sicherheit zu garantieren.

Von der Arbeitsweise her läuft hier alles im Wochentakt. Anfangs Woche wird eine Bodenplatte vorbereitet und betoniert, danach folgen die Wände und Ende Woche eine Decke. Danach kann diese über das Wochenende trocknen und in der neuen Woche wird eine patentierte Konstruktion mit den Schalwänden vorwärts bewegt. So entstehen jede Woche 12.5 Meter der Überdeckung.

Die Fertigstellung der kompletten 250 Meter ist für den Sommer 2022 geplant. Jetzt Anfang Mai ist man gut bei einem Drittel angekommen. Ein Vorteil dieses Taktes ist, dass immer das gleiche Personal mit den gleichen Aufgaben betreut ist.

Genauigkeit dank GPS und Vermessung

Ein anderes Team kümmert sich weiter in Richtung Hirschen um die Vorbereitungen. Der Aushub der Baugrube wird mit Baggern ausgeführt, welche GPS einsetzen. Dadurch weiss der Fahrer zentimetergenau, wo die Schaufel ansetzt und wie viel er von einer Seitenwand abtragen muss.

Die Baustelle wird auch komplett überwacht. Jeden Woche vermessen Geologen verschiedene Punkte, um allfällige Verschiebungen zu bemerken. Diese halten sich aber in engen Grenzen. Dabei hilft auch die Absicherung der Grube mit Spritzbeton und sogenannten Nagelwänden. Dafür werden bis zu 8 Meter lange Metallstangen in die Seitenwände gebohrt, um diese abzusichern.

Abschluss im Frühling 2023

Nach Abschluss der Überdeckung folgen die weiteren Arbeiten. Eine Betonfahrbahn wird erstellt, Betriebs- und Sicherheitsausrüstungen installiert und weitere Lärmschutzwände gestellt. Die Überdeckung selbst wird mit Geröll und Kies überdeckt. Für die Ausgestaltung des „Deckels“ ist die Gemeinde Obfelden zuständig und nicht mehr das Bauunternehmen vor Ort.

Verläuft weiterhin alles planmässig, wird der Autobahnzubringer im Mai 2023 eröffnet und dem Verkehr übergeben.