Was ist los mit der Primarschule Obfelden? Eine Einordnung

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Bei den Eltern im Dorf ist es schon länger ein Thema. Am Dienstag widmete der Affolter Anzeiger der Geschichte die Titelseite. Mehrere Lehrpersonen und Hilfskräfte der Primarschule Obfelden haben gekündigt. Von der Leitung der Schule war aber weder die Zahl der betroffenen Klassen, noch irgendeine Erklärung zu erhalten. Nachfolgend ein, auch persönlich geprägter, Einordnungsversuch der Geschehnisse.

Viele Kinder in Obfelden gehen gerne in den Kindergarten oder die Schule. Die Erfahrungen sind positiv: fähige und herzliche Lehrpersonen, sehr gute Infrastruktur und jetzt auch wieder gemeinsame Anlässe wie Schulreisen oder Sporttage. Aus Kindersicht sieht man eine heile Welt.

Die Erwachsenen nehmen aber Probleme war. Unter der Elternschaft machen die Kündigungen mehrerer Lehrpersonen die Runde. Auf einen Facebook-Eintrag von obfelden.info melden sich Duzende Obfelderinnen und Obfelder mit Schulproblemen. Eltern sind im „luftleeren“ Raum, wissen nicht was nach den Sommerferien mit der Klasse ihrer Kinder passiert. Andere berichten von Mobbing, fehlendem Personal und geben der Einführung des altersdurchmischten Lernens die Schuld an den Problemen.

Hoffnung auf plausible Erklärungen

Persönlich, als zufriedener Vater von einem schulpflichtigen Kind, hofft man irgendwie auf plausible Erklärungen der Vorkommnisse. Vielleicht sind es ja Einzelfälle, verschiedene wirklich persönliche Wünsche und Ziele, die zu den Kündigungen führten.

Aber so recht kann man das selbst nicht mehr glauben. Dann wäre es ja ein leichtes, diese Gründe bekanntzugeben – einzelne Probleme genauer zu erläutern. Aber wenn man gar nichts hört, gibt das Anlass zur Spekulation. Wenn dann Journalisten vom Affolter Anzeiger (vgl. Artikel vom 6. Juli 2021) auch der eigentlich gesetzlich vorgeschriebene Einblick in die externe Schulevaluation mit fragwürdigen Methoden erschwert wird, trägt das nicht weiter zur Hoffnung auf plausible Gründe bei.

Eigentlich gute Schulevaluation

Unterdessen ist der Bericht der Schulevaluation von 2020 öffentlich auf der Website der Primarschule. Und auch da wundert man sich. Die Bewertungen sind mehrheitlich gut bis sehr gut. Praktisch keine ungenügenden Wertungen. Einige Punkte sind verbesserungswürdig, aber mehr nicht. Wieso wird so ein Resultat trotzdem zurückbehalten?

Wo die Probleme liegen kann als Aussenstehender nicht wirklich beurteilt werden: Schulpflege, Schulleitung oder eine generelle Überlastung der Lehrpersonen? Oder ein Mix aus all diesen Bereichen? Ein erneutes Aussitzen und Schweigen der Probleme dürfte diesmal nicht möglich sein.

Wie die Kinder regeln

Eine Kommunikation mit Offenlegung der Probleme und des weiteren Vorgehen wäre mehr als nur wünschenswert. Vielleicht einfach so, wie es die Kinder im Primarschulalter regeln. Diese teilen Ihre Probleme oft direkt, nicht ganz schmerzfrei, einander mit. Danach ist aber vieles wieder im Lot. Es wäre zu hoffen, dass dies der Primarschule Obfelden gelingt und man sich wieder auf die Kernaufgaben konzentrieren kann.

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