Eine düstere Stimmung herrschte am Freitagabend in Obfelden. Gerade war ein erster Herbststurm mit Regen über den Platz gezogen, als Sirenen, Blaulicht und drei Fahrzeuge der Feuerwehr Obfelden in Hör- und Sichtweite auftauchten. Die Szenerie: Ein kleines Feuer loderte, ein Auto stand quer, eine Person lag darunter. Vom Balkon des Gemeindehauses waren Hilfe-Rufe zu hören.
Es sieht echt aus. Die einzige Unstimmigkeit: Zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer beobachten vom nahegelegenen Parkplatz aus das Geschehen. Für einmal nicht als unerwünschte Schaulustige, sondern als Interessierte aus dem Dorf.
Vielfältige Herausforderungen
Die ganze Szenerie hat sich das Kader für die alljährliche Hauptübung überlegt. Feuerwehrmann Nico Arquint erklärt gegenüber obelden.info, was geschehen ist: «Ein kleiner Junge hat mit dem Feuer gespielt, was einen Brand auslöste. Ein Autofahrer war dadurch abgelenkt und kollidierte mit einem Fussgänger, der nun unter dem Auto eingeklemmt ist.» Zusätzlich sei ein Gemeinderatsmitglied, das zu später Stunde noch arbeitete, durch den Lärm aufgeschreckt worden, auf den Balkon getreten und habe sich dabei ausgesperrt.
Und so spielte sich die Übung an mehreren Orten gleichzeitig ab. Das Tanklöschfahrzeug übernahm die Beleuchtung und dessen Mannschaft löschte das ausgelöste Feuer. Eine weitere Gruppe hob das Auto an, um die verletzte Person zu bergen, während gleichzeitig eine Balkonrettung durchgeführt wurde, um den Gemeinderat aus seiner misslichen Lage zu befreien.
Applaus und Dank
Der fingierte Einsatz dauerte eine halbe Stunde. Mit Applaus würdigten die Anwesenden den Einsatz der Feuerwehr und dieser Dank wurde kurze Zeit später von Sicherheitsvorstand und Gemeindepräsidenten Stephan Hinners wiederholt. Dann aber in kleinerem Rahmen am traditionellen Abschlussabend der Feuerwehr im Saal der Brunnmatt.
An der Hauptübung werde sichtbar, wie aus vielen Einzelpersonen ein funktionierendes und eingespieltes Team entstehe, so der Gemeindepräsident. «Ihr leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der ganzen Bevölkerung», sagte Hinners weiter und bedankte sich im Namen der Bevölkerung und des Gesamtgemeinderates für die vielen aufgewendeten Stunden.
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24 Einsätze im 2026
Auch Feuerwehrkommandant Christof Bossard nutzte den Abend für einen Rückblick, verkündete insgesamt sieben Austritte und zahlreiche Beförderungen. Zudem gab es für 10, 15, 20 und sogar 30 Jahre Feuerwehrzugehörigkeit eine Ehrung und grossen Applaus. Insgesamt acht Jubilarinnen und Jubilare durften ausgezeichnet werden. Unerwähnt hatte dabei Bossard einzig, dass auch er bereits seit 20 Jahren für die Feuerwehr Obfelden im Einsatz steht. Dies tat daher sein Vize Matthias Kohler noch kund und dankte dem Kommandanten für gut 400 Einsatz- und über 700 Übungsstunden.
Aber auch aufs laufende Jahr wurde geblickt. Gemäss Bossard rückte die Feuerwehr bislang zu 24 Einsätzen aus, was genau im Durchschnitt der vergangenen Jahre läge. Zusammenfassend betitelte er die Geschehnisse als «Jahr vom Treibstoff». Ob Benzingeruch in einer Tiefgarage oder auslaufender Diesel auf der Raststätte My Stop, oft ging es um dieses Thema. Der aufwändigste Einsatz hatte mit Heizöl zu tun. Nachdem im Zugerbiet eine grosse Menge Heizöl in die Lorze gelaufen war, musste während zweier Wochen eine Ölsperre im Fluss betrieben werden. Auch Kurioses gab es zu berichten, so wurde man bei strahlendem Sonnenschein wegen Wasser in einem Liftschacht aufgeboten. Auf Nachfrage wurde angegeben, dass das schon länger der Fall sei. Bei dem Einsatz habe man auf Blaulicht verzichtet, sagte Bossard schmunzelnd.
Gala-Dinner als Belohnung
Auf dieses Jahr hin hat nicht nur die Gemeinde Obfelden ihre Organisationsstruktur stark verändert, sondern auch die Feuerwehr ist dabei, ihre Organisation weiterzuentwickeln. Man sei an der Spitze nun ein Dreiergremium. So dankte Bossard dem Vizekommandanten Matthias Kohler und dem Ausbildungschef Alex Ilic für den grossen Einsatz. Nach 20 Jahren erhält die Feuerwehr Obfelden auch ein neues Wappen, welches als Badge und Kleber zur Verfügung steht.
Nach den zahlreichen Wortbeiträgen widmeten sich die Gäste aus den benachbarten Feuerwehren, der fast vollständig anwesende Gemeinderat sowie die Feuerwehrangehörigen dem gemütlichen Teil des Abends. Dieser umfasste ein Fondue chinoise mit ausserordentlich vielen Fleischplatten. Verdient war es allemal.


















