obfelden.info gibt es seit neun Jahren. Noch nie hat ein Beitrag in den sozialen Medien soviele Reaktionen ausgelöst. Der Beitrag über die Einführung einer Tempo-30-Strecke auf einem Teil der Dorfstrasse ab Mitte August bewegt die Gemüter. Der Beitrag auf Facebook und Instagram verzeichnete über 30’000 Aufrufe. Bis am Samstagabend gab es über 150 Reaktionen und mehr als 130 Kommentare. Was wird denn nun zum Thema diskutiert?
Behörden-Wildwuchs?
Die Unzufriedenen sind mit teils haltlosen Kommentaren deutlich in der Mehrzahl. Das ist soweit erstaunlich, dass Tempo 30 auf der Dorfstrasse in Zusammenhang mit dem Autobahnzubringer schon längere Zeit diskutiert wird. Im Mai 2024 wurde das Projekt der Neugestaltung inklusive eines Tempo-30-Bereichs von 61 Prozent der Stimmberechtigten im Dorf angenommen.
Von vielen Kritikern werden die Behörden, der Staat, die Linken oder auch die Grünen als Schuldige definiert, was soweit keinen Sinn macht. Allen wäre es möglich gewesen gegen die Verkehrsanordnung einen Rekurs einzureichen. Es wurde somit nicht über das „Volk“ hinweg entschieden, wie einige Kommentare vermuten lassen.
Unglaubliche Kommentare
Die Wogen um die 58 Sekunden verlängerte Fahrzeit, welche für mehr Sicherheit und weniger Durchgangsverkehr sorgen sollen, gehen hoch:
- „Unglaublich so ein Schwachsinn“
- „Total Sinnlos“
- „Jetzt händs en komplette Egge ab! „
- „Zeigt einmal mehr…sobald man ennet vo de Rüüss ist, hat man es nur noch mit Deppen zu tun…“
- „Susch häts eu is Hirni gschisse? Dräcks Schikaniererei“
- „Ihr mit euer scheiss 30 zone“
Früher war alles besser
Auch, dass dies früher nicht notwendig gewesen wäre, wird oft kolportiert. Von einem unnötigen Trend wird gesprochen. Als Antwort wurde dann darauf hingewiesen, dass man früher auch Hexen verbrannt habe und heute nicht mehr. Oder dass man die Erde früher für flach hielt.
Festgehalten wird auch, dass man natürlich fahren kann, wo es einem passt. Aber die Obfelder selbst würden über die Geschwindigkeit entscheiden.
Tempo 30 in Ottenbach
Verwiesen wird auch oft auf Ottenbach, wo Tempo 30 auf fast dem ganzen Gemeindegebiet für Unverständnis sorgt. Ein Kommentar erklärt dies damit, dass man Ottenbach in Richtung Jonen im Gegensatz zu Obfelden nicht wirklich umfahren könne. Ottenbach wird aber auch positiv erwähnt, dass nicht eine komplette Neugestaltung der Dorfstrasse notwendig sei, sondern man das Geld besser einsetzen könne. „Es braucht KEINE Unsummen von Steuergeldern“ ist da zu lesen und dass ein paar Schilder und ein Blitzer alle paar Wochen genügen.
Auch zum Thema wird, dass einige die ganze Dorfstrasse vom Rütli weg mit Tempo 30 wünschten. Ein Beitrag befürchtet nun eine Raser-Strecke vom Rütli bis zur Fabrikstrasse. Es sind also auch die Befürworter noch nicht zufrieden.
Lärmiger als vorher?
Eine grosse Polemik entsteht auch, dass einige Kommentatoren ankündigen nun die ganze Strecke im ersten oder zweiten Gang fahren zu müssen und so mehr Lärm entsteht. Entgegnet wird da, dass Rollgeräusche lauter sind als die des Motors. Dazu wird auch kundgetan, dass die Initiative „Zukunft Obfelden“ regelmässig den Verkehr aufnehmen werde und vermeidbaren Lärm der Polizei melden würde. Dies könne nämlich gebüsst werden. „Zukunft Obfelden“ hat sich im Vorfeld auf Instagram schon ausführlich mit dem Thema Durchgangsverkehr und der Sicherheit im Dorf befasst.
Und zu guter Letzt
Eine Person stellt auch einen Zusammenhang her, dass das Dorf für gut 6000 Einwohner nicht mal schafft, ein Restaurant zu betreiben. Auch hier sitzt der Konter, ob den Hinners Pizza für die Bürger backen soll. Was das Thema mit Tempo 30 zu tun hat, ist nicht bekannt.
So oder so. Fest steht, dass Tempo 30 noch vor Schulbeginn eingeführt wird. Die neue Tempo-30-Strecke erstreckt sich über rund 1,2 Kilometer zwischen der Fabrikstrasse beim ehemaligen Restaurant Löwen und dem Knoten Toussen beim Lichtsignal. Die ersten Arbeiten mit dem Montieren der Signalisation sind am 7. August vorgesehen. Die Markierungsarbeiten erfolgen zwischen dem 10. und 12. August.
