Grosses Interesse am Experten-Spaziergang durch Obfelden

Für Kultur Obfelden war es eine Premiere: unter dem Titel „mit 2 Experten unterwegs im Dorf“ lud man erstmals zu einem Spaziergang ein und dies ohne Voranmeldung. Wie viele Obfelderinnen und Obfelder werden an diesem gewittrigen Abend den Weg zur Veranstaltung finden? Es wurden über 100 Interessierte, welche sich um 18.30 Uhr bei trockenen Bedingungen bei der Reformierten Kirche einfanden. Ein toller Erfolg!

Der Historiker und Kommunikationsfachmann Bernhard Schneider sowie der Architekt, Journalist und Generalsekretär des BSA Caspar Schärer begrüssten die Anwesenden, welche sich dicht gedrängt zu den Sprechenden hinbewegten, um alles zu verstehen.

Gestartet wurde mit der Gründung Obfeldens 1847. Die fünf Weiler gehörten damals noch zu Ottenbach. Politische Gemeinden existierten bis anhin nicht, sondern nur Kirchgemeinden. Als sich das zu ändern begann, wollten die fünf Weiler sich eigentlich nicht zusammenschliessen. Doch als Alternative blieb den Wolsener oder Bickwiler nur, dass sie Ottenbacher würden. Somit wählten sie das kleinere Übel und wurden alle zusammen Obfelder.

Ottenbach und besonders die Eidgenossenschaft liess das Geschehen gewähren. Was unter anderem auch der geografischen Lage Obfeldens zu verdanken war. In den unruhigen Zeiten rund um den Sonderbundkrieg war Obfelden nahe der Grenze zum Aargau taktisch wichtig. So fand im November 1847 bereits bei Lunnern ein Gefecht zwischen den Sonderbundstruppen und Verbänden der eidgenössischen Armee statt.

Nach diesem geschichtlichen Exkurs durch Schneider begab sich die Gruppe weiter zum neugebauten Kindergarten Räsch. Bernhard Schneider führte aus, dass früher Kinder vor allem Arbeitskräfte waren. Caspar Schärer fand lobende Worte für den Kindergartenneubau des Zuger Architekten Melk Nigg.

Der Spaziergang führte weiter zur Villa Stehli. Dank Erlaubnis der Besitzer führte uns der Weg durch den sonst nicht öffentlichen Park rund um die Villa. Allerdings galt ein Verbot für Fotoaufnahmen. Die Villa selbst diente der Familie Stehli mehr als Ort für gesellschaftliche Anlässe und nicht als Wohnsitz. Sie bot aber einen guten Ausblick auf das damalige Firmengelände.

Zweitletzter Halt war die Schulhausanlage Chilefeld. Architektonisch beleuchtet wurden die verschiedenen Stille der Schulhäuser A bis E. Das Primarschulhaus A spiegelt dabei das Lehrerverständnis im 19. Jahrhundert wieder. Daher die herrschaftliche und etwas pompöse Bauweise. Beim Schulhaus B aus den 50er Jahren war dies nicht mehr so wichtig. Beim Gebäude C mit dem Singsaal ging man zu einer eher pädagogisch wertvollen Pavillion-Bauweise über. Und bei der neusten im Bau befindlichen Ergänzung sehe man den heutigen Trend: energetische Bauweise und wie schon beim Kindergarten ein Bau mit viel Holz, führte Architekt Schärer aus.

Der spannende Spaziergang, teils begleitet von Donnergrollen, aber ohne Regen, fand vor der Mehrzweckhalle Zendenfrei seinen Abschluss. Interessante Einblicke in unser Dorf lieferten die beiden Protagonisten. Danke an Kultur Obfelden für die spannenden Geschichten.

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