Für die Leistungserhöhung der Stromleitung von Obfelden nach Niederwil erfolgt die öffentliche Auflage

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Swissgrid ersetzt die bestehende 220-Kilovolt-Leitung zwischen Niederwil und Obfelden durch eine neue 380-Kilovolt-Leitung. Ende August 2022 legte der Bundesrat den Korridor und die Technologie für die neue Leitung fest und Swissgrid arbeitete daraufhin das Bauprojekt aus. Vor der öffentlichen Auflage dieses Bauprojekts informierte Swissgrid nun diese Woche die Bevölkerung mit einem Flugblatt.

Die zukünftige Leitungsführung im Überblick

Ein erster Vorschlag zur Leitungsführung wurde von Bundesämtern und Kantonen vorgeprüft. Parallel dazu setzte Swissgrid einen Projektbeirat ein – mit Vertreterinnen und Vertretern der Kantone Aargau und Zürich, der betroffenen Gemeinden sowie von Interessensgruppen. Ziel war ein konstruktiver Dialog, um einen möglichst ausgewogenen Kompromiss für die zahlreichen Ansprüche an das Projekt zu finden. Die Rückmeldungen aus dem Projektbeirat und den behördlichen Stellungnahmen flossen in die Planung ein und führten zum finalen Bauprojekt.

Die neue 380-Kilovolt-Leitung wird ca. 18,6 Kilometer lang, davon verlaufen 4,4 Kilometer unterirdisch als Erdkabel. Das gesamte Projekt lässt sich in sieben Abschnitte unterteilen. Einzig der Abschnitt 7 betrifft Obfelden. In diesem Leitungsabschnitt entlang der Autobahn A4 werden die bestehenden Masten, Fundamente und Leitungen verstärkt.

Der Verlauf der Leitung und der Masten im Detail

Die neue Leitung (rot) und die abzubrechende Leitung (gelb). (Karte Swissgrid)

Öffentliche Auflage und nächste Schritte

Anfang Oktober reichte Swissgrid beim Eidgenössischen Starkstrominspektorat (ESTI) das Baugesuch ein – bestehend aus dem Plangenehmigungsdossier und dem Umweltverträglichkeitsbericht. Voraussichtlich in den Monaten Februar und März 2026 liegt das Projekt während 30 Tagen öffentlich auf. Die Information zum genauen Zeitraum erfolgt in den amtlichen Publikationsorganen sowie auf der Projektwebseite. Betroffene können das Dossier in den Gemeindeverwaltungen einsehen und beim ESTI Einsprache erheben.

Bleiben Differenzen bestehen, übernimmt das Bundesamt für Energie die Verhandlungen. Am Ende der Plangenehmigungsphase erteilen die Behörden entweder die Bau­bewilligung oder machen zusätzliche Auflagen. Diese Entscheidung kann von Behörden, Verbänden oder Direktbetroffenen angefochten werden. Dann entscheiden das Bundesverwaltungsgericht und das Bundesgericht.

Wenn keine Einsprachen oder Gerichtsverfahren das Projekt verzögern, beginnt Swissgrid Mitte 2028 mit dem Bau der neuen Leitung. Die Arbeiten dauern rund vier Jahre. Nach Inbetriebnahme der neuen 380-kV-Leitung kann die bestehende 220-kV-Leitung zurückgebaut werden. Ab 2032 profitieren insbesondere die Anwohnerinnen und Anwohner in Niederwil und Hermetschwil-Staffeln von einer deutlich verbesserten Situation.

Text: Swissgrid

Dominik Stierli

Dominik Stierli schreibt seit 2018 für obfelden.info und hat unterdessen sein Hobby zum Beruf gemacht. Seit 2022 schreibt er als Redaktor auch für den Affolter Anzeiger. Über schreibende Unterstützung bei obfelden.info freut er sich jederzeit.

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