Der Spatenstich zum Autobahnzubringer Obfelden/Ottenbach erfolgte per Bagger

Der Spatenstich zum Autobahnzubringer A4 Obfelden/Ottenbach ist heute Montagmorgen erfolgt. Regierungsrat Martin Neukom selbst machte als Baggerführer den Anfang. Vertreter des Bundes, des Kantons und der Gemeinden waren am Medienanlass mit dabei.

Kurz nach 10.30 Uhr galt es ernst. Der ehemaliger Baudirektor Markus Kägi wollte mit dem Spaten beginnen, doch Regierungsrat Martin Neukom setzte sich gleich selbst in den Bagger und erklärte, dass man heute so einen Spatenstich mache. Er liess es sich dann nicht nehmen während einigen Minuten ein Loch auszuheben. Im Anschluss wurde vor dem Bagger für die Medien posiert.

«Ein Freudentag»

Vor dem Spatenstich wurde bei Reden der Regierungsvertreter auf das Projekt zurück- und vorausgeblickt. Die beiden Gemeindepräsidenten von Ottenbach und Obfelden durften zuerst ans Rednerpult treten. Gabriela Noser Fanger sprach von einem Freudentag. Der seit einer Woche amtierende Stephan Hinners dankte Bund, Kanton und Ottenbach für die gemeinsame Finanzierung und wünschte eine unfallfreie Bauzeit. Er erinnerte daran, dass neben dem Bau auch noch weitere Massnahmen in Obfelden umgesetzt werden müssen.

«Auch nach 20 Jahren sei das Geld noch bereit.»

Das Bundesamt für Strassen ASTRA war gleich mit seinem Direktor Jürg Röthlisberger vor Ort. Er versprach, dass auch nach 20 Jahren das Geld für den Bau noch da sei. Als langjähriger Baudirektor war auch alt Regierungsrat Markus Kägi am Rednerpult: «Es habe sehr, sehr lange gedauert. Man könne heute von einem „späten Stich“ reden», meinte er schmunzelnd. Er schloss mit dem Satz: «ein kleiner Schritt für den Kanton Zürich, ein grosser fürs Säuliamt».

Martin Neukom bekundete den Startschuss für ein Strassenprojekt zu geben als eher schwieriges Unterfangen für einen grünen Politiker. Er führte daher zuerst einige grundsätzlich negative Aspekte des Strassenverkehrs aus: «Eine Umfahrung mildere den Schmerz, heile aber nicht». Er musste aber zugeben, dass nach Zusagen in insgesamt fünf Abstimmungen dies eine gute Sache sei und die beiden Dörfer entlastet werden.

Eine Apfeltorte für den Regierungsrat

Regierungsrat Martin Neukom wurde im Anschluss von Gemeindepräsident Stephan Hinners beschenkt: eine Obfelder Apfeltorte wurde mit den besten Wünschen übergeben.

Lange Geschichte des Bauwerks

Ursprünglich war der Autobahnzubringer zur Eröffnung des neuen Autobahnteilstückes im Jahr 2009 geplant. Durch eine Gesetztesänderung war in den 90er Jahren die Verantwortlichkeit für den Bau von Zufahrtsstrssen an den Kanton delegiert worden. Und dieser hatte mangels Geld die Strasse nicht ins Bauprogramm aufgenommen. 2003 änderte sich dies dank der nun wieder möglichen Kostenbeteiligung durch das ASTRA, allerdings konnte das geplante Projekte wegen Naturschutzbedenken nicht umgesetzt werden. Eine Tunnelvariante scheiterte an den Kosten. 2007 wurde dank einer Petition mit über 4’000 Unterschriften das Projekt wieder aufgegriffen.

Volksabstimmung mit deutlichem Ja

2011 stimmte die Zürcher Regierung einem Vorlageprojekt zu. 2012 genehmigte der Kantonsrat das Projekt, doch ergriff eine Minderheit des Rates das Referendum. Daher folgte im September 2012 eine Volksabstimmung im ganzen Kanton Zürich, bei welcher mit 62.6 Prozent dem Projekt zugestimmt wurde. Für Markus Kägi eine erstaunliche Zahl, da das Säuliamt jetzt nicht gerade im Zentrum des Kantons liege.

Nach der Detailplanung hätte das Projekt 2018 starten sollen, wurde aber durch total 77 Einsprachen verzögert. 2019 musste der Zürcher Kantonsrat nochmals über einen Zusatzkredit abstimmen. Dann war der Weg frei für den Bau des Autobahnzbubringers.

Mit dem heutigen Spatenstich stehen nun drei Jahre Bautätigkeit auf den beiden Gemeindegebieten an. Danach folgen weitere flankierenden Massnahmen in den Dörfern. Obfelden will die Durchschnittgeschwindigkeit der Dorfstrasse auf 30 km/h senken. Bis alle Arbeiten abgeschlossen sein werden, kann es gut 2026 werden und somit wären dann 17 Jahre seit der Eröffnung des Autobahn-Teilstückes vergangen.

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